
Friedrich I. (um 1122 -1190) war von 1155 bis 1190 Kaiser des römisch-deutschen Reiches. Zunächst war er eng verbündet mit seinem Vetter Heinrich dem Löwen, der als Herzog von Sachsen und Bayern mehrere Städte aufbaute, darunter Lübeck, Ratzeburg, Schwerin, Braunschweig und auch München. Dann aber verweigerte der Herzog dem Kaiser die Gefolgschaft in den Italienfeldzügen, Heinrich wurde 1180 entmachtet und Barbarossa stellte Lübeck direkt unter kaiserliche Kontrolle. Im Barbarossa-Privileg von 1188 stattete er dann die aufstrebende Handelsstadt mit zahlreichen Rechten aus, u.a. mit den Hoheitsrechten für die Nutzung der Stecknitz für den profitablen Salzhandel. Dies war ein Grundstein für den Aufstieg Lübecks zur mächtigen Hansestadt.
Nikolaus Brömse(1472 bis 1543) entstammte einer Lübecker Ratsfamilie. Er war ein Feind der aufkommenden Reformation und glühender Anhänger der Ritterschaft. Besonders stolz war er darauf, dass er bei Ritterturnieren für sein gutes "Stechen" mit der Lanze gelobt wurde. Deshalb erkor er die Stechfliege oder Pferdebremse zu seinem Symboltier und ließ sie auf die von ihm herausgegebenen Brömsentaler prägen. Kaiser Karl V. schlug ihn zum Ritter, nachdem Brömse die Stadt Lübeck aus Protest gegen die protestantischen Reformen seines Gegners Jürgen Wullenweber (s.u.), verlassen hatte. In einer zweiten Amtszeit vernichtete er Jürgen Wullenweber.
Jürgen Wullenweber (1488 bis 1537)zog 1525 aus Hamburg in die Hansestadt Lübeck, wo er 1530 einen Bürgerausschuss gründetete, um eine bessere Teilhabe der Bürger in der Verwaltung von Stadt und Kirche durchzusetzen. In diese Zeit fällt auch die Forderung der Stecknitzfahrer, wieder selbständig auf eigenen Schiffen fahren zu dürfen und nicht von den Salzherren ( z.B. den Bardewieks, s.u.) abhängig zu sein. Zwischenzeitlich wurde er auch Bürgermeister, scheiterte aber mit seinen Reformen und in seinem Kampf gegen Dänemark und Flandern. Für die Kriege hatte er sogar das Kirchensilber einschmelzen lassen, um daraus Münzen zu prägen. Als die Lübecker Niederlage absehbar war, sank seine Beliebtheit in der Stadt. Er musste sich einem kaiserlichen Mandat zur Wiederherstellung der vorherigen Verhältnisse beugen Als einzige Reform blieb der lutherische Gottesdienst bestehen. Wullenweber wurde schließlich gefangen genommen und hingerichtet.
Nikolaus Bardewik (1506 bis 1560 ) entstammte einer Lüneburger Salzherrenfamilie ab 1292. Er war dem höfischen Leben sehr zugetan und schmückte sich mit einem Mantel aus Hermelinfellen. Dies ist bis heute eigentlich nur Königen vorbehalten. Dazu passt auch folgende Beschreibung seines Aufenthalts beim dänischen König in Odense und dessen tragischem Ende:
"1560 hat der König von Dänemark einen Tag zu Odense in Fünen gehalten, und den Lübschen ihre alten Privilegien bestätigt. Abgeordnet waren dahin Herr Nicolas Bardewiek, Herr Bartel Tinnappel, und der Stadt Lübeck Hauptmann, Johann Dechau, ein guter vom Adel. Sobald nun Herr Bardewiek die Bestätigung schriftlich gehabt, hat er sie durch einen Reitendiener insgeheim fortgesandt. Hernach nämlich haben die königlichen Räthe [343] sämtliche Herren Abgesandten zu Gast geladen, in der Meinung, wenn sie vom Trunk überladen wären, ihnen die Privilegien wieder abzunehmen; aber ihre Hoffnung hat gefehlt. Da sie nun scharfe Worte und gewisse Namen, wie im Scherz, gegen die Lübischen verlauten lassen, hat Herr Bardewiek gesagt: „Liebe Herren, wir sind jetzo in Eurem Reich; aber wo uns was Widerwärtiges begegnen sollte, mögt Ihr wissen, daß wir daheim einen Haufen wilder Schweine haben, die Euer Land dermaßen umkehren werden, daß kein Zaun bestehen bleibt.“ Darüber sind die Räthe höchlich bestürzt geworden, und haben fortan den Lübschen nur noch tapfer zugetrunken. Doch mag Herr Bardewiek der Stadt zu Ehren mehr gethan haben, als die Natur vermochte, denn er ist alsbald zu Odense gestorben. Da hat der König sich erboten, ihn in seines Herrn Vaters Grab legen zu lassen; als aber dafür gedankt wurde, gab er dem Leichnam herrliches und stattliches Geleit durch sein ganzes Gebiet bis auf die Lübsche Grenze, von wo derselbe mit 200 Pferden in die Stadt geholt ist."
Johann Kampferbeke (1580 bis 1639 ) entstammte einer Lübecker Ratsfamilie. Nur wer einer Ratsfamilie angehörte, konnte auch Ratsherr werden. Außerdem war er ein Kaufmann und ein Bürgermeister der Stadt Lübeck. Er kümmerte sich als Kämmereiherr besonders um die Finanzen und den Ausbau der Petrikirche. Seine Person kann auch im Zusammenhang mit dem 30jährigen Krieg betrachtet werden. Das Machtgebiet des Kaisers hatte sich bis nach Norddeutschland ausgedehnt und sollte nun auch auf die Ostsee ausgeweitet werden. 1628 erhielt Wallenstein den Rang eines „Generals des Ozeanischen und des Baltischen Meeres“ und der Plan, eine kaiserliche Flotte zu bauen, entstand. Wie stand Kampferbeke als Sohn eines Vizeadmirals der Lübecker Flotte und als Kämmerer der protestantischen Petrikirche dazu? Was bedeutet die Rose in seiner Hand? Darüber gibt es leider keine Informationen.
Thomas Fredenhagen (* 25. Oktober 1627 in Lübeck; † 20. April 1709 ebenda) gehörte zu den wohl reichsten Lübeckern seiner Zeit. Das gelang ihm durch eine risikoreiche, aber einträgliche Eigenreederei mit dem Versand großer geschlossener Schiffsladungen, gesichert durch ungewöhnliche Größe, starke Armierung und Besatzung seiner Schiffe. Auch reformierte er das Finanzsystem der Stadt. Seit 1680 Kirchenvorsteher der Marienkirche, stiftete Fredenhagen 1697 den als Fredenhagen-Altar bekannten barocken Hochaltar aus Marmor. Seine Stifterfigur war Vorlage für die hier gezeigte Keramik. Es handelte sich damals um die größte Stiftung an eine Lübecker Kirche seit der Reformation.
Fredenhagen war auch der Erfinder des "Lübecker Rotspons".Bei der „Lübecker Frankreichfahrt“, lies man ungefähr seit den 1670er Jahren Fässer mit Bordeauxweinen zur Geschmacksverfeinerung auf dem Seeweg nach Lübeck transportieren. Ein solcher Lübecker Rotspon wird noch heute unter seinem Namen verkauft. Fredenhagen erteilte seinem Küfer folgende Anweisung für den Rotspon: "Den Rotwein, den wir brauchen, der muß in uns eingehen als eine tiefe Glut , die unsere Rauheit lindert , unsere Härte mildert, uns zärtlich macht gegen das Leben und die Menschen. Ja das ist's : Zärtlichkeit muß er geben !"
Eigentlich wollte Lübeck nicht in die Napoleonischen Kriege hineingezogen werden und hatte dafür sogar französische Politiker bestochen. Dann aber wurde die Stadt doch Schauplatz der Kämpfe zwishen Preußen und Frankreich. Napoleon besetzte 1806 Lübeck. Es kam zu Plünderungen und Übergriffen. Über die Verluste wurde genau Buch geführt:Verluste in Francs durch 6.607.051 Plünderungen 1.767.124 Einquartierungen 552.251 Ausstattung der Spitäler 192.000 Tafelgelder für höhere Militärpersonen 858.357 Lieferungen an franz. Truppen (z. B. Capots, Schuhe, Lebensmittel, Fourage) 11.252.380 Gesamtverlust.
Napoleon ließ das Lübecker Gebiet und die Stecknitz genau vermessen und kam zu dem Schluß, dass der Stecknitz-Kanal vergrößert und Endstück eines Canal de la Seine à la Baltique werden sollte. Auch für eine Wasser-Verbindung von Nord- und Ostsee gab es Pläne. Paris sollte zum Warenzentrum Europas werden.Neben diesen Kanalprojekten versuchte man auch den Landhandel wieder aufzurichten. So zum Beispiel ließ sich 1806 ein Konditormeister namens Niederegger (aus Ulm) in Lübeck nieder. Er machte das Marzipan weltberühmt. Alle Häuser bekamen Nummern und das Postwesen wurde verbessert. Die Köpfe des Doppeladlers im Lübecker Wappen wurden durch drei kaiserliche Bienen ersetzt.
Zu den gravierendsten Neuerungen zählten die Trennung von Verwaltung und Justiz sowie die Ablösung des Jahrhunderte alten Lübischen Rechts durch den modernen Code Napoléon. Alle Einwohner waren nun den früher privilegierten Bürgern gleichgestellt.
Wirtschaft und Gesellschaft unter Kaiser Wilhelm II. waren von einem rasanten Wandel zur modernen Industriegesellschaft geprägt
Der Ausbau des Schienennetzes und der Bau von Kanälen (wie die Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals 1895, des Dortmund-Ems-Kanals 1899, des Elbe-Lübeck-Kanals 1900 ) vernetzten die Wirtschaftsräume und verbanden die Industriezentren direkt mit Nord- und Ostsee.
Um den Anspruch auf "Weltgeltung" und einen "Platz an der Sonne" durchzusetzen, trieb Wilhelm II. massiv die Schwerindustrie (Stahl, Kohle), die chemische Industrie und den Maschinenbau voran. Seine Lieblingsprojekte waren das Militär, besonders die Marine und der Kolonialerwerb. All das spiegelte sich im Lebensstil der gehoben Gesellschaft wider.
Der goldene Paradehelm Kaiser Wilhelms und andere Militaria waren Vorlagen für die Figur.